
DEVENIR - Wesen der Schwelle
Diese fotografische Arbeit bewegt sich in der Sphäre des liminalen Raumes — vom lateinischen limen, „Schwelle“ — einem Territorium der Öffnung und des Übergangs, in dem Körper aufhören, Grenze zu sein, und zum Schauplatz ihrer eigenen Transmutation werden.
In diesem Übergangsritus existieren die Subjekte in einem zwischen Welten und Dimensionen schwebenden Zustand und werden selbst zu biologischen Portalen, in denen Existenz und Tod aufeinandertreffen.
Es ist eine Erforschung der Materie in ihrem ehrlichsten Zustand: ein Fleisch, das seine chthonische Natur umarmt — jene, die mit den urzeitlichen Tiefen und den Zyklen der Erde verbunden ist —, nicht um in der Dunkelheit zu verbleiben, sondern um die Psyche hin zum Vergänglichen, zum Subtilen und zum Transzendenten zu erheben.
Hier werden Leben und Tod nicht als gegensätzliche Kräfte verstanden. Sie berühren einander, tragen einander und existieren innerhalb desselben Stroms. In diesen Wesen offenbart sich das Werden als inhärente Bedingung der Existenz: ein stiller Dialog, in dem die Subjekte, aus Materie und Intangibilität geformt, in einem fortwährenden Zustand der Transformation verweilen.
Ein Tiegel aus Sehnsucht, Erinnerung, Hingabe und Ambivalenz.
Ein Raum, in dem jede Form an der Schwelle zwischen Vergehen und Werden zu existieren scheint.
Models:
1. Jonathan RodVel
2. Hanae Durand-Badel
3. Charity Akuma
4. Christine Kern
Makeup Artist & Maske:
Evelyn Lynam
Roberta Aguilar
Monika Labaj
Erste Präsentation im Rahmen der Ausstellung
IMAGO –Metamorphose der Erinnerung
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Lichtraum 1
von Sonia und Paul Siblik im 1. Wiener Gemeindebezirk.
Vier künstlerische Positionen, vier Perspektiven auf Erinnerung, Identität und die Kraft des menschlichen Ausdrucks. Sofía Andretta Juárez (Textil), Francisco Claure Ibarra (Skulptur), Francisco Rubiel Osorio (Malerei) und ich (Fotografie) nähern uns einer gemeinsamen Frage: Was, wenn Leben und Tod keine Gegensätze sind, sondern Teil desselben Kreislaufs?
Der Titel verweist auf die Imago, das letzte Stadium einer Metamorphose: jenen Moment, in dem eine Form vollendet ist und doch aus einer anderen hervorgegangen ist. In IMAGO erscheinen Werden und Vergehen nicht als Anfang und Ende, sondern als Bewegungen eines fortwährenden Wandels, eines Rades, das sich unaufhörlich dreht.
Devenir
In Devenir untersuche ich diesen Kreislauf über den Körper und die Psyche. Nicht nur das Fleisch durchläuft Zyklen von Leben und Tod. Auch innere Prozesse kennen ihr Sterben und Wiedergeborenwerden: Abschiede, Brüche, Verwandlungen, die uns zu jemand anderem werden lassen.
Alles ist zugleich Leben und Tod. Das Dunkelste von Fleisch und Psyche und ihr Erhabenstes liegen nicht weit voneinander entfernt. Sie gehören zu derselben Bewegung. Die Körper in Devenir verharren an dieser Schwelle: zwischen Materie und Seele, zwischen Vergehen und Werden, im ständigen Übergang.
Kunst, die weiterwirkt
Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf der ausgestellten Werke kommt Handicap International zugute. Damit unterstützen wir Kinder, die durch Krieg, Unfälle oder Krankheiten einen Arm oder ein Bein verloren haben. Prothesen schenken ihnen neue Bewegungsfreiheit, Selbstvertrauen und eine Perspektive für die Zukunft.
So schließt sich auch hier ein Kreis: Kunst, die von Verwandlung erzählt, kann selbst etwas verwandeln. Sie kann berühren, aber auch Hoffnung schenken und das Leben eines Kindes nachhaltig verändern.




Vernissage & Führungen











































