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Festival La Gacilly Baden
2024

Das Photo La Gacilly–Baden Festival ist Teil des renommierten Photo Festivals La Gacilly, eines der bedeutendsten Open-Air-Fotofestivals weltweit. Mit seinem ursprünglichen Standort in La Gacilly (Frankreich) und der Erweiterung in Baden bei Wien hat sich das Festival als internationale Referenz für zeitgenössische Fotografie im öffentlichen Raum etabliert, mit einem starken Fokus auf soziale, ökologische und politische Themen.

 

Jährlich verwandelt die Baden-Ausgabe die Stadt in eine großflächige Ausstellungsroute mit monumentalen fotografischen Installationen, die sich über rund sieben Kilometer erstrecken. Charakteristisch für das Festival sind der freie öffentliche Zugang, ein hoher kuratorischer Anspruch sowie die Präsentation international relevanter Fotograf:innen, darunter Künstler:innen aus dem Umfeld einiger der weltweit einflussreichsten Fotoagenturen und Plattformen sowie dokumentarische und künstlerische Arbeiten von globaler Bedeutung.

 

Die Ausgabe 2024 widmete sich der Amazonasregion und beleuchtete deren ökologische, soziale und kulturelle Bedeutung aus unterschiedlichen zeitgenössischen Perspektiven. Die gezeigten Arbeiten reflektierten das Verhältnis zwischen Territorium, indigenen Gemeinschaften, Ressourcenausbeutung und globaler Verantwortung und positionierten Fotografie als kritisches Medium kollektiver Bewusstseinsbildung.

 

In dieser Ausgabe hatte ich die Ehre, mit der Serie Amazonas teilzunehmen und ein monumentales Porträt der indigenen Anführerin Juma Xipaia im Großformat (4 × 7 Meter) zu präsentieren. Die Präsentation dieser Arbeit im Rahmen des Festivals und im direkten Dialog mit den Werken des renommierten Fotografen Sebastião Salgado verlieh der Serie eine außergewöhnliche Sichtbarkeit sowie einen künstlerisch und politisch besonders relevanten Kontext.

Juma Xipaia
An Vorderster front für die Rechte indigener Völker

Im April 2022 resite Juma Xipaia nach Österreich um der den EARTHtalks in Wien zu sprechen und über den wichtigen Kampf Ihrer Gemeinschaft für den Schutz des Amazpnasgebietes vor dem Vormarsch von Bergbauunternehmen und multinationalen Konzernen zu berichten. Ihr Ziel war es auch, einen Brief ihrer Gemeinde direkt an Präsident Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer zu überbringen, in dem sie um ihre sofortige Unterstützung bittet. Bereits mi 13 Jahren wehrte sich Juma gegen den Bau des Belo-Monte-Staudamms, des größten Wasserkraftwerks in Lateinamerika, das ihre Heimat verwüstete und ihr Volk, die Xipaia, zu Flüchtlingen in ihren eigenen Land machte. Seitdem kämpf sie an vorderster Front für die Rechte indigener Völker und den Erhalt ihrer angestammten Gebiete, zunächst als Aktivistin und derzeit als Sekretärin für indigene Rechte in der Regierung von Präsident Lula. Sie reist durch die ganze Welt, um Hilfe zu suchen und auf den kritischen Zustand des Amazonasgebiets aufmerksam zu machen, und ist dabei ständig aggressiven Drohungen und Gefahren ausgesetzt.

Nur wenige Tage vor der Aufnahme dieses Porträts war Juma von einem gewalttätigen Angriff auf ihr Dorf betroffen, der das Leben ihres Volkes gefährdete, während die im Ausland war. Für dieses Porträt habe ich Juma ermutigt, diese starken Emotionen auszudrücken - die Wut, die Trauer und die Frustration, weil sie weit entfernt ist. Vor allem aber sollte sie sich vorstellen, wie sie Bolsonaro (dem damaligen brasilianischen Präsidenten, der die Ausbeutung des Amazonasgebietes nachdrücklich befürwortete) entgegentritt, ihm die Stirn bietet, seine Ansichten in Frage stellt und ihren Mut unnd ihre unerschüchtterliche Entschlossenheit zum Schutz ihrer Gemeinschaft und ihrer angestammten Gebiete unter Beweis stellt

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